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Dienstag, 7. Februar 2012

Grußwort

Wiederum, zum nun bereits 13. Mal, stellt sich die Stadt Weiden und die sie umgebende oberpfälzer Region auf ihre ganz besondere Weise in die Reihe der wichtigen, ja unverzichtbaren Festivals, welche bedeutenden Komponisten Bayerns gewidmet sind: der „Wahlbayer“ Richard Wagner, der Münchner Richard Strauss - und der Weidener Oberpfälzer und nur aus dieser Herkunft zu ergründende Max Reger. Wenn er auch der am wenigsten populäre dieses Dreigestirns ist - zurückzuführen nicht zuletzt auf seine Abstinenz von der Opernbühne, aber auch wohl eine mangelnde Weltläufigkeit seiner gleichwohl grandiosen Persönlichkeit -, seine epochale Bedeutung auf den Gebieten der Kammermusik, der Vokal- und der Orgelmusik ist gegenüber den beiden großen Operntitanen von nicht geringerem Rang.

Die Max-Reger-Tage 2011 widmen sich einer Besonderheit Max Regers, die ihm eine geradezu einmalige Sonderstellung unter den großen Tonschöpfern einräumt: der Vielfalt, Leidenschaft und Meisterschaft, mit welcher er sich Werke bedeutender Meister „anverwandelt“ hat. In einer Zeit, die geprägt ist durch Plagiatsversuche und -vorwürfe, durch die Diskussion um Wert und Schutz geistigen Eigentums - und damit der schöpferischen Erstgeburt - ist es faszinierend, einen Meister zu erleben, dem es gelungen ist, mit traumwandlerischer Sicherheit in absoluter Ehrfurcht vor großen Vorgängern auf deren Schöpfungen zurückzugreifen und sie - auf „Augenhöhe!“ - in einen eigenen, dadurch nichts an Originalität einbüßenden Schaffensprozess einzubinden. So werden in diesem Jahr in besonderer Intensität gemeinsam mit Max Reger die ihm „Anverwandelten“ zu erleben sein.

Allen, die wiederum Max-Reger-Festwochen - so müsste dieser sich bescheiden als „Max-Reger-Tage“ gerierende opulente Veranstaltungsreigen eigentlich seinem Niveau und Anspruch nach genannt werden - in Weiden ermöglichen, sei im Namen des Deutschen Musikrates, der als der Dachverband des Musiklebens in Deutschland Millionen von Musizierenden und Musikverbundenen vertritt, sehr herzlich gedankt für die große Leistung, einen der bedeutendsten Komponisten unseres Landes alljährlich mit nicht nachlassender Vielfalt, Kreativität und auf höchstem künstlerischem wie - nicht zu vergessen! - wissenschaftlichen Niveau zu würdigen: der Stadt Weiden - namentlich Herrn Oberbürgermeister Kurt Seggewiß sowie der Leiterin des Amtes für Kultur, Stadtgeschichte und Tourismus, Frau Petra Vorsatz - und allen, die als künstlerische, wissenschaftliche, finanziell und logistisch unterstützende Wegbegleiter mitwirken und helfen.

Allen Besucherinnen und Besuchern der zahlreichen Konzerte, allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern an den Meisterkursen wünsche ich wunderbare Begegnungen mit Max Reger und seiner Musik im Zeichen der „Anverwandlungen“.

Prof. Martin Maria Krüger
Präsident des Deutschen Musikrates